Nichts für schwache Nerven...

 

Hallo! Ich bin Dr. Manfred Lukaschewski - oder kurz: Dr. L


Als ehemaliger Kriminalrat, Ballistiker und Diplom-Kriminalist habe ich in meiner Beamtenlaufbahn in der ehemaligen DDR unzählige Mordfälle gelöst.


Regelmäßig werde ich hier bei CORPUS DELICTI in dieser Rubrik Texte und Fotos zu den interessantesten Fakten rund um das Feld der Tötungsdelikte veröffentlichen.


Gerne beantworte ich Ihre Fragen zu missverständnissen in TV und Film, oder berate Sie in Fragen der Recherche für ihren Kriminal-Roman.


Schreiben Sie an: dr_lukaschewski@hansa-ideal.de 


Hinweis: 

Die folgenden Bilder sind z.T. sehr morbide! 

Da es sich um forensiche Aufnahmen handelt, sind diese keiner Altersfreigabe unterstellt.


Sie sollten sich jedoch zwei-, oder lieber dreimal überlegen, ob sie diese Bilder in Ihren kortex memorandum (das Erinnerungszentrum Ihres Gehirns) aufnehmen wollen.





Frage und Antwort / Nr. 1

 

 

Frage von Sabine Brieke


Sehr geehrter Herr Dr. L,


     in Ihrer Blog-Vorstellung wird explizit betont, dass Sie aus der  DDR kommen. Es suggeriert bei mir den Eindruck, als wäre die  Mordaufklärung in der DDR etwas vollkommen anderes als heutzutage. Ist mein Eindruck richtig, dass es bestimmte Unterschiede gab?
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Antwort von Dr. L.


Hallo Frau Brieke,


     wenn es den Anschein erweckt, als würde ich aus dem exotischen  Mustopf kommen, ist das sicher nicht so gemeint. Ihre Frage kann ich mit einem ganz klaren - Jein - beantworten.


     Auf der einen Seite gibt es zur heutigen rechtlichen Auslegung des Tatbestandes - Mord - kaum einen Unterschied. Was eine vorsätzliche Tötung  eines anderen zum Mord qualifiziert, war in der DDR ähnlich definiert,  wie im heutigen Strafgesetzbuch. Lediglich die Paragraphen erhielten  andere Nummern, wobei man nicht einmal hier besonders einfallsreich war … man griff sogar auf gleiche Ziffern zurück. DDR §112 StGB,  Bundesrepublik §211 StGB. Das verwundert weiter auch nicht, haben beide Gesetzeswerke doch die gleichen Vorfahren, nämlich das Strafgesetzbuch von 1871.

Die Methoden und auch die Mittel zur Mordaufklärung sind nahezu eins  zu eins vergleichbar, die technischen Ausrüstungen waren in der DDR ebenfalls auf dem neuesten Stand.


     Allerdings gab es einen hervorhebenswerten Unterschied. Die  Kriminalisten in der DDR waren deutlich besser ausgebildet. Es gab für den mittleren Dienst die Ausbildung an der Fachschule für Kriminalistik  in Aschersleben (6 Semester), für den gehobenen Dienst die akademische Ausbildung mit Diplomverfahren an der Humboldt-Universität zu Berlin (an  dieser habe ich mein Diplom erworben). Beide Ausbildsstätten gibt es  seit 1991 bzw. 1994 nicht mehr, so dass die heutigen Kriminalisten  nahezu ohne fachspezifische Ausbildung gezwungen sind, derartige  komplexe Verbrechensabläufe aufklären zu müssen. 


     Deutschland ist  übrigens das einzige Industrieland, dass sich diesen "Luxus" leistet.

Mord setzt leider immer mindestens einen toten Menschen voraus, das  Leiden der Hinterbliebenen, der Wunsch der Angehörigen, die Tat  aufzuklären, ist damals wie heute der Generalauftrag an die zuständigen  Kriminalisten, daran hat sich nichts geändert.

Beweislast Teil 1 : Vorgetäuschter Suicid

Eine  immer wieder gern gestellte Frage ist die nach einem vorgetäuschten  Suizid durch Erhängen. Sehen wir uns also diese Problematik genauer an:
 

Vorgetäuschter Suizid durch Erhängen
 

Bei einer versuchten Vertuschung eines Suizides oder auch beim  vorgetäuschten Suizid durch Erhängen nach vorgegangenem Tötungsdelikt  können schon am Leichenfundort feststellbare Befunde wichtige Hinweise geben, wenn zum Beispiel
 

 ► die Verteilung der Totenflecken nicht mit der Auffindeposition korrelier (Umlagerung des Leichnams?)
 

 ► die Strangfurche anders verläuft als die Lage des Strangwerkzeuges (Erst Erdrosseln, dann Erhängen?)
 

  ► neben der Strangfurche weitere Verletzungsbefunde an der Halshaut  nachweisbar sind (Erst Erwürgen/Erdrosseln, dann Erhängen?)
 

 ► an den Händen des Erhängten Faserspuren vom Strangwerkzeug fehlen (sogenannte Faserprobe, mikroskopisch-spurentechnische Untersuchung  durch die Kriminalpolizei)
 

  ► Griffspuren an den Oberarmen als sogenannte Tragegriffspuren, wenn  das zuvor getötete bzw. bewusstlose Opfer erhängt wurde (Griffspuren  geringerer Ausprägung können noch frühpostmortal bei Abnahme des  Leichnams entstehen)
 

 ► Hinweise auf ein vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma (Hämatome, Platzwunde am Kopf)
 

  ► In das Strangwerkzeug bzw. den Knoten eingeklemmte Gegenstände, wie  z.B. Anteile des Hemdkragens, eines Kopftuches, anderer Kleidungsteile  oder der  Haare
(Suizidenten pflegen wegen der Schmerzhaftigkeit darauf zu achten, dass die  Haare beim Erhängen nicht eingeklemmt werden)
 

  ► sonstige Zeichen einer strangfremnden Gewalteinwirkung (z.B.  Abwehrverletzungen, äußere Zeichen einer Schwermetallvergiftung)
 

Das Bild zeigt das Strangwerkzeug 

Pathologie Teil 4 : Scharfe Gewalt

Wo  war ich stehen geblieben ... ach ja, Schnittwunden. Um die "Scharfe  Gewalt" abzurunden, fehlt uns noch Näheres zu Stichwunden, was hiermit  nachgereicht wird:
 

Stichwunden sind glattrandig und  schlitzförmig (auch bei den Tatwerkzeugen mit rundlichem Querschnitt,  wie z.B. Schusterahlen oder Feilen, infolge der durch elastische  Faserzüge anatomisch vorgegebenen Spaltbarkeit der Haut. Die Wunde ist beidseitig spitzwinklig, auch bei einschneidigem Messer!
Zu klärende Hauptfrage: Suizid oder Tod durch fremde Hand?
 

Erstechen ist als Suizid seltener als von fremder Hand.
 

Beim Suizid:
 

 → meist in die Herzgegend,
 

 → Halsstich,
 

 → Ellen- und Schenkelbeuge.
 

 → Entblößen der Stichstellen (Ausnahme Frauen bei Herzstich; Frauen durchstechen nicht die Mamma!
 

 → Gruppenförmige Häufung begleitender oberflächlicher Stiche auf engerem Areal analog den Probeschnitten
 

 → Zugängliche Körperpartien
 

 → Blutablaufstraßen analog Schnitt.
 

Bei Tod durch fremde Hand:
 

 → wahllose Lokalisation,
 

 → durch Kleidung hindurch,
 

 → unzugängliche Körperpartien,
 

 → Abwehrverletzungen,
 

 → unregelmäßige Blutablaufstraßen.
 

Erkennung des Tatwerkzeugs
 

Schneidigkeit des Messers (Lage der Schneide bei der Stichführung) am so genannten Schwalbenschwanz:
Schwalbenschwanz: zwei Einschnitte im schneidenzugekehrten Wundwinkel
 vom Einstich
 vom Herausziehen nach (unwillkürlicher) Drehung um
 Messerlängsachse
Achtung:
 Klingenbreite ist nicht gleich Wundlänge (Verlängerung infolge  Sticherweiterung durch Schnitt bei nicht genau senkrechtem Einstich.  Verkürzung durch Retraktion der beim Einstich gedehnten Haut.  Vertrocknungen in nächster Umgebung der Stichwunde können auf  Oberhautverlust durch den Griff hindeuten.
Klingenbreite gleich Wundlänge nur an platten Knochen (Schädel, Brustbein).
 

Faustregel:
Bei Stichmehrzahl kann eine mehrmals vorkommende Wundlänge als Klingenbreite angenommen werden.
 

 Klingenlänge ist nicht gleich Stichkanallänge (Verlängerung durch Wucht  der stoßführenden Hand mit Kompression der Weichteilschicht nach  Überwindung des Widerstandes von Kleidung und Haut und leichtem  Eindringen in die Tiefe).
 

Als Todesursachen kommen ein  Verbluten, eine Kompression der Lungen durch Blutung oder Lufteintritt  in den Brusthöhlen (Hämato- bzw. Pneumothorax) bei Bruststichen sowie  eine Einatmung von Blut oder eine Verschleppung von Luft in die  rechtsseitigen Herzhöhlen bei Halsstichen in Betracht.
 

Bild zeigt überlebte Sichverletzungen 

Pathologie Teil 3 : Halbscharfe Gewalt

Der Ausdruck „halbscharfe Gewalt“ ist nicht ganz unumstritten, er  bezeichnet Verletzungen unter Einsatz von Werkzeugen, die weder der  scharfen noch der stumpfen Gewalteinwirkung eindeutig zuzuordnen sind  oder eine Kombination aus beiden darstellen.

 ► Sägen

       Wenngleich beim Sägen der stumpfe Anteil der Gewalteinwirkung  nicht nennenswert zu sein scheint, sind dennoch nicht zwanglos die  Kriterien der scharfen Gewalt erfüllt.
Die Sägezähne führen in  kurzer Folge zu Mikrotraumen, die einer stumpfen Gewalt zuzuordnen  wären. Die Bewegung beim Sägen entspricht wiederum einem Schneiden.
 Sägen führen zu fetzigen Zerreißungen der Weichteile, die jedoch linear  angeordnet sind. Charakteristischere Spuren hinterlassen sie an  angesägten oder durchtrennten Knochen. Die am Knochen entstandenen  Scharten sind geeignet, Rückschlüsse auf die Gestaltung des Sägeblattes  zu gestatten.


 ► Bissverletzungen

      Durch Menschen verursachte Bissverletzungen sind gelegentlich assoziiert mit Sexualdelikten.
Charakteristisch ist eine rundliche bis ovaläre Bissspur als Abdruck der Zähne von Ober- und Unterkiefer.


 ► Hiebverletzungen

 Hiebverletzungen sind gekennzeichnet durch glattrandige   Gewebedurchtrennungen mit Quetschungen und Schürfungen der umliegenden  Haut bzw. des Gewebes. In Abhängigkeit vom Eigengewicht des Werkzeugs  und dem damit verbundenen
Anteil der stumpfen Gewalt sowie dem Ort  der Gewalteinwirkung sind Knochenbrüche oder Mischformen aus Schnitt und  Bruch der Knochen möglich.
Typische Verursacher von  Hiebverletzungen sind: Schwerter, Macheten, Säbel, Äxte oder Beile, im  erweiterten Sinne wären Propeller oder Schiffsschrauben zu nennen.

Das Bild zeigt eine Bissspur

Pathologie Teil 2 : Liegezeit 

Ich werde in weiteren Posts immer wieder auf vielfältige Möglichkeiten der Leichenliegezeitbestimmung  Bezug nehmen. Vielleicht bietet sich an dieser Stelle eine kleine  Zusammenfassung an. Die Möglichkeiten über die sogenannten supravitalen  Zeichen habe ich erst kürzlich erwähnt. Ich weise deutlich darauf hin,  dass es sich um Erfahrungswerte handelt, die durch äußere Einflüsse  (Temperatur) stark variieren können.
 

Totenflecke
Beginnend ca. 20 bis 30 min. post mortem am Hals und an den Ohrläppchen,
konfluierend von 30 bis 120 min., komplett 6 bis 12 hpm,
wegdrückbar auf Fingerdruck ca. 10 bis 20 hpm.
 

Umlagerbarkeit
der Totenflecke
 Bis zu ca. 12 bis 24 hpm, verbleiben aber teilweise nach ca. 6 hpm an  der ursprünglichen Stelle (so genanntes doppeltes Totenflecksystem)
 

Totenstarre
Beginn im Kiefergelenk nach ca. 2 bis 4 hpm, komplett nach 6 bis 8 hpm, bei Hitze schneller, bei Kälte langsamer Eintritt.
 

Widereintritt
der Totenstarre
Erneute Totenstarre nach Brechen bis ca. 6 bis 8 hpm
 

Lösung
der Totenstarre
 Sehr stark temperaturabhängig, Beginn meist nach 2 bis 3 Tagen,  vollständig nach 3 bis 5 Tagen, bei tiefer Umgebungstemperatur auch erst  nach 2 bis 3 Wochen
 

Elektrische Erregbarkeit
der mimischen
Muskulatur
1 bis 6 hpm ipsilateral fortgeleitete Kontraktion, nur noch elektrodennah bis ca. 8 hpm
 

Mechanische Erregbarkeit
der Muskulatur
so genanntes Zsako-Muskelphänomen 1,5 bis 2,5 hpm, so genannter idiomuskulärer Wulst 4 bis 12 hpm
 

Pharmakologische
Reizung der glatten
Muskulatur der Iris
Bis ca. 20 hpm möglich, selten bis zu 40 hpm
 

Füllungszustand der
Harnblase
Bei Todeseintritt in der Nacht: leere Harnblase = erste Nachthälfte,
volle Harnblase = Todeszeitpunkt in der zweiten Nachthälfte
 

Abnahme der
Körperkerntemperatur
Postmortales Temperaturplateau für ca. 2 bis 3 hpm, danach  Abnahme der Körperkerntemperatur um 0,5 bis 1,5° C/h
 

Magenentleerung
Hilfreich, wenn der Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme bekannt ist.
 Durchschnittliche Verweildauer im Magen bei leichter Mahlzeit ca. 90  min., bei durchschnittlicher Mahlzeit ca. 3 h, bei schwerer Mahlzeit ca.  4 h. (Identifizierung der Nahrungsbestandteile!)
 

Grünfäulnis der Haut,
häufig beginnend im rechten Unterbauch ab ca. 48 bis 72 hpm
 

Durchschlagen des
Venennetzes
ab ca. 48 hpm
 

Grünfärbung gesamte
Bauchhaut,
Augäpfel eingesunken
ca 1 Woche
 

Fäulnisblasen,
Auftreibung des Leibes
ca 2 Wochen
 

Fetzige Hautablösung,
Haare und Nägel auszieh-
bar, Gesicht stark ge-
dunsen (Person nicht
erkennbar)
ca 3 bis 4 Wochen
 

Entomologische
Leichenliegezeit-
bestimmung
Je nach Spezies, Wachstumsstadium und Umweltbedingungen ist Leichenliegezeitbestimmung nach Wochen möglich
 

Fettwachsbildung
im Wasser und bei Wärme unter anaeroben Bedingungen schon nach 3 bis 5 Wochen, im Erdgrab erst nach Monaten bis zu einem Jahr
 

Skelettierung
im Erdgrab regelmäßig erst nach 20 bis 30 Jahren
(siehe Foto ... Skelettierung an Luft)
 

Mumifizierung
gering schon nach einer Woche möglich, teilweise nach Wochen, komplett nach Monaten, Haltbarkeit für lange Zeit
 

Zusätzliche Präzision kann die Leichenliegezeitbestimmung  durch Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden erlangen, z.B. zu der Frage,  wann eine verstorbene Person zuletzt lebend gesehen wurde, den  Briefkasten leerte oder zuletzt telefonierte. 

Pathologie Teil 1 : Verbrennungen


 

Brandstiftung,  ob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht, hat leider in vielen Fällen  nicht nur den Sachschaden zur Folge, sondern auch Opfer:

Verbrennen

Stadieneinteilung

Stadium I - Erythem
Schon durch Wasser von 40 bis 50º C, bei empfindlicher Haut (Kinder) ab 40º C. Ursache des Erythems ist Kapillarektasie.
 An der Leiche kann das Erythembild verschwinden, denn aus dem  ektatischen Bezirken läuft das Blut mitunter schneller aus, es sei denn,  der Erythembezirk liegt im Bereich der Hypostase.
Die Gebiete, aus denen das Blut ausläuft, sehen weiß aus und haben einen roten Saum („Umkehrung des Erythembildes“).

Stadium II - „Stadium bullosum“ = Blasenstadium
 durch 50 bis 70º C  heißes Wasser analog durch Säuren, Gasflammen,  Flammenwirkung anderer Art. Die Blasenbildung kann sofort, nach Minuten,  nach Stunden oder auch nach Tagen einsetzen.

Stadium III
Stadium der Nekrose bei Temperaturen von 65º C und mehr. Die Eiweißgerinnung beginnt ab 62º C.

„Brandleiche“, postmortale Veränderungen

 Knochenschrumpfung durch Hitze, Schrumpfungskoeffizient im Durchschnitt  bei 10%. Der Laie stellt sich deutlich größere Schrumpfungen vor.

Stellung der Gliedmaßen:
Es kommt zur Ausbildung der so genannten Fechterstellung oder „Boxerstellung“.
Ursache:
 Hautschrumpfung spielt nur eine geringe oder keine Rolle. Tatsächliche  Ursache ist die Verkürzung der Muskeln durch Eiweißgerinnung.
Die  Fechterstellung kommt allmählich zustande. Im Feuer tritt einmal  Streckung, einmal Beugung auf , solange, bis eine Beugungsmittelstellung  hergestellt ist.

Hautschrumpfungseffekte:
Durch die  Hautschrumpfung in Verbindung mit den Bewegungen, die bei der Ausbildung  der Fechterstarre auftreten, kommt es zu Hautrissen, die sehr scharf  gerandet aussehen.

Physiognomie:
Durch Schrumpfung der  Halsmuskulatur öffnet sich der Mund und die Zunge, die sich in der  ersten Phase der Verbrennung zurückzieht, wird durch Verengung des  Halsumfangs aus dem Mund herausgepresst.

Scheinbare epidurale Blutungen:
 „Brandhämatom“ - Blut wird durch lokales Anbrennen des Schädels ins  Schädelinnere hineingepresst, hinzu kommt Fett. Es entsteht ein dem  epiduralen Hämatom ähnliches Gebilde. Farbe des „Hämatoms“ ist  ziegelrot.
Bei längerer Hitzeeinwirkung kann dann, wenn der Schädel  an einer oder mehreren Stellen eröffnet ist, das Gehirn stark schrumpfen  und liegt zu beiden Seiten dann der Falx an.

„Hitzeschusslöcher“:
 Durch starke, mehr allgemeine Erhitzung des Schädels kann es zu  schusslochartigem Aufplatzen mit Hirnaustritt kommen. Der Vorgang kann  mit Tabulafrakturen verschiedener Ausdehnung und Lokalisation kombiniert  sein. Gelegentlich kommt es auch zur Sprengung von Suturen.

Kalzinierung des Schädels:
Der Schädel sieht nach längerer diffuser Hitzeeinwirkung grauweißlich aus, ist trocken und fettfrei.

„Brandleiche“, vitale Zeichen

Rußaspiration:
Beim Umkommen in den Flammen wird Ruß aus den Rauch- und Schwelgasen aspiriert und geschluckt:
 in Kehlkopfe
 in Trachea und Bronchien
 in Magen und oberen Dünndarm
 in der Lunge 

Augenzeichen:
 Krähenfußbildung an den seitlichen Augenwinkeln (reflektorisches Zusammenkneifen der  Augen bei Hitzeeinwirkung) siehe FOTO
 Wimpernzeichen: durch Augenschluss sind nur Wimpernspitzen angebrannt.